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Preboarding

1. September 2026

Preboarding: Überblick

Zwischen Vertragsunterschrift und erstem Arbeitstag entscheidet sich oft, ob neue Mitarbeitende mit Vorfreude starten oder innerlich abspringen. Genau hier setzt Preboarding an. Ein guter Prozess hält den Kontakt, schafft Sicherheit und sorgt dafür, dass fachliche, soziale und organisatorische Fragen vor Tag 1 geklärt sind. Das reduziert Unsicherheit, Ghosting und Frühfluktuation und macht das spätere Onboarding deutlich leichter. Wie sich Preboarding ins Gesamtkonzept einfügt, zeigt unser Onboarding-Konzept für Unternehmen.

Warum die Zeit vor dem ersten Arbeitstag entscheidend ist

Preboarding bezeichnet die Phase zwischen Vertragsunterschrift und Arbeitsbeginn. Es ist nicht nur ein freundlicher Willkommensgruß, sondern ein geplanter Prozess, der neue Mitarbeitende auf den Einstieg vorbereitet. Dazu gehören klare Informationen zum Start, erste Kontakte ins Team, realistische Erwartungen an Rolle und Aufgaben sowie die organisatorische Vorbereitung durch HR, Führungskraft und IT.

Diese Phase ist wichtig, weil Zweifel oft nicht am ersten Arbeitstag entstehen, sondern schon davor. Bleibt es nach der Zusage lange still, wachsen Unsicherheit, offene Fragen und die Anfälligkeit für Gegenangebote. Häufige Gründe für Absagen vor dem Start sind unklare Erwartungen, fehlende Bindung zum Arbeitgeber, Unsicherheit über Team oder Führung und ein insgesamt unprofessioneller Eindruck. Gutes Preboarding stärkt deshalb die Candidate Experience ebenso wie die spätere Mitarbeiterbindung.

Preboarding und Onboarding: der Unterschied

Preboarding findet vor dem ersten Arbeitstag statt. Ziel ist, Verbindung, Orientierung und organisatorische Startklarheit aufzubauen. Onboarding beginnt ab Tag 1 und umfasst die eigentliche Einarbeitung in Aufgaben, Prozesse, Kultur und Zusammenarbeit. In der Praxis greifen beide Phasen eng ineinander. Wenn Unterlagen, Zugänge, Erwartungen und Ansprechpartner schon vorab geklärt sind, verläuft das Onboarding strukturierter und die neue Person wird schneller produktiv.

Preboarding-Checkliste in drei Phasen

Ein wirksames Preboarding muss nicht kompliziert sein. Entscheidend ist, dass die Kommunikation verlässlich ist und jede Phase einen klaren Zweck hat. Eine praktische Onboarding-Checkliste für neue Mitarbeiter hilft, Preboarding-Aufgaben strukturiert abzuarbeiten.

Direkt nach der Vertragsunterschrift

Unmittelbar nach der Zusage sollte eine persönliche Willkommensnachricht folgen – idealerweise von HR und der künftigen Führungskraft. Sinnvoll sind außerdem die Benennung eines festen Ansprechpartners, erste Informationen zum Startdatum, Arbeitsort, Arbeitszeiten und den nächsten Schritten im Prozess. Wenn noch Dokumente fehlen, sollten diese frühzeitig und strukturiert angefragt und – falls möglich – per Digitale Unterschrift rechtssicher abgeschlossen werden. Bei internationalen oder umziehenden Mitarbeitenden helfen zusätzliche Hinweise zu Anreise, Standort, Behördenwegen oder Krankenversicherung.

2 bis 4 Wochen vor dem Start

In dieser Phase geht es vor allem um Bindung und Orientierung. Bewährt haben sich ein kurzer Check-in, die Vorstellung des Teams, ein Buddy oder Mentor als erste Bezugsperson und eine Einladung zu einem informellen Kennenlernen, vor Ort oder virtuell. Ebenso wichtig sind Informationen zu Unternehmenskultur, Werten, Benefits und den Erwartungen an die Rolle. Wer remote startet, sollte jetzt auch Fragen zu Homeoffice-Ausstattung, Versandadresse und technischen Voraussetzungen klären.

In der Woche vor dem ersten Arbeitstag

Kurz vor dem Start sollte alles auf einen reibungslosen ersten Tag einzahlen. Dazu gehören eingerichtete Systemzugänge, versandte oder bereitgestellte Hardware, ein vorbereiteter Arbeitsplatz, Zugangskarte oder Meeting-Links sowie ein klarer Plan für Tag 1. Neue Mitarbeitende sollten wissen, wann es losgeht, wer sie empfängt und wie die erste Woche ungefähr aussieht. Ein kurzer Anruf oder eine letzte Nachricht nimmt oft die letzten Unsicherheiten und zeigt Verlässlichkeit.

Preboarding digital organisieren

Funktionen, die wirklich helfen

Mit einer passenden HR- oder Onboarding-Software lassen sich Aufgaben, Fristen und Verantwortlichkeiten deutlich besser steuern. Besonders hilfreich sind automatisierte Willkommensmails, digitale Dokumentenprozesse, Aufgabenlisten für HR, Führungskraft und IT, ein zentrales Portal für erste Informationen sowie zeitgesteuerte Zugriffe auf Inhalte und Systeme. Gerade bei mehreren Standorten oder Remote-Starts reduziert das Abstimmungsaufwand und verhindert, dass wichtige Schritte vergessen werden. Praxisbeispiele und Tipps für Preboarding-Prozesse finden Sie in Digitales Onboarding im Mittelstand.

DSGVO im Preboarding

Bei digitalen Prozessen sollte der Datenschutz von Anfang an mitgedacht werden. Verarbeitet werden sollten nur die personenbezogenen Daten, die für den Start wirklich nötig sind. Zugriffsrechte sollten rollenbasiert vergeben werden, und sensible Dokumente gehören in geschützte Systeme statt in ungesicherten E-Mail-Verläufen. Für die konkrete Ausgestaltung ist es sinnvoll, interne Datenschutzverantwortliche früh einzubeziehen, damit der Preboarding-Prozess DSGVO-konform aufgesetzt ist.

Typische Fehler im Preboarding

Viele Unternehmen scheitern nicht an fehlenden Ideen, sondern an mangelnder Konsequenz. Kritisch sind lange Funkstille nach der Zusage, widersprüchliche Informationen aus verschiedenen Abteilungen, unklare Ansprechpartner und Technik, die am ersten Tag noch nicht funktioniert. Ebenso problematisch ist es, Preboarding mit echter Arbeitsleistung zu verwechseln. Neue Mitarbeitende sollten sich vorbereiten können, aber nicht schon vor Vertragsbeginn reguläre Aufgaben erledigen müssen. Besser sind kurze, relevante Informationen in sinnvollen Etappen.

Minusstunden: Wann sind sie zulässig?

Minusstunden dürfen nicht allein deshalb entstehen, weil ein Unternehmen zu wenig Arbeit hat oder Beschäftigte früher nach Hause schickt. Kann der Arbeitgeber die vereinbarte Arbeitsleistung nicht anbieten, trägt er grundsätzlich das Betriebsrisiko. In solchen Fällen ist es in der Regel nicht zulässig, die fehlende Beschäftigung als Minus auf dem Arbeitszeitkonto zu verbuchen.

Minusstunden können dagegen entstehen, wenn Mitarbeitende innerhalb eines vereinbarten Gleitzeitrahmens selbst entscheiden, weniger zu arbeiten, oder wenn sie unberechtigt von der Arbeit fernbleiben. Voraussetzung ist stets, dass eine wirksame und transparente Arbeitszeitkontoregelung besteht.

Krankheit, Feiertage und Urlaub

Bei Arbeitsunfähigkeit, gesetzlichen Feiertagen oder genehmigtem Urlaub dürfen Beschäftigte nicht schlechter gestellt werden, als wenn sie ihre planmäßige Arbeitszeit geleistet hätten. Für die Buchung auf dem Arbeitszeitkonto ist daher die Arbeitszeit maßgeblich, die ohne die Abwesenheit vorgesehen gewesen wäre. Gerade bei Schichtarbeit, Teilzeit und variablen Dienstplänen sollte diese Logik im System eindeutig hinterlegt sein.

Was passiert mit dem Arbeitszeitkonto bei Kündigung?

Bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses muss der Saldo grundsätzlich abgerechnet werden. Besteht ein positives Zeitguthaben, kann dieses – sofern betrieblich möglich und vereinbart – durch Freistellung abgebaut werden. Andernfalls kommt regelmäßig eine Auszahlung in Betracht.

Ein negativer Saldo darf nicht automatisch mit dem letzten Gehalt verrechnet werden. Entscheidend ist, warum die Minusstunden entstanden sind und welche Vereinbarung hierzu gilt. Hat der Arbeitgeber die Minderarbeit verursacht, ist eine Verrechnung typischerweise nicht gerechtfertigt. Wurden Minusstunden dagegen vom Beschäftigten selbst veranlasst und ist eine wirksame Rückzahlungs- oder Verrechnungsregelung vereinbart, kann die Bewertung anders ausfallen.

Arbeitszeitkonten digital und transparent führen

Eine digitale Zeiterfassung reduziert manuelle Übertragungsfehler und schafft eine gemeinsame Datengrundlage für HR, Führungskräfte, Lohnabrechnung und Mitarbeitende. Sinnvoll sind Lösungen, die Sollzeiten, Arbeitszeiten, Pausen, Abwesenheiten, Überstunden und genehmigungspflichtige Korrekturen zusammenführen. Für die Praxis besonders hilfreich sind individuell definierbare Obergrenzen, Warnhinweise bei kritischen Salden und übersichtliche Auswertungen. Das gilt auch für die Zeiterfassung bei Vertrauensarbeitszeit.

Bei der Auswahl einer Software sollten Unternehmen darauf achten, wie Sollzeiten, Pausen, Abwesenheiten, Überstunden und Korrekturprozesse abgebildet werden. Orientierung bei der Systemauswahl bietet der Praxisleitfaden Auswahl einer Zeitwirtschaft. Ebenso wichtig sind rollenbasierte Zugriffe, eine nachvollziehbare Änderungshistorie und eine DSGVO-konforme Verarbeitung personenbezogener Arbeitszeitdaten. Welche Module digitale Arbeitszeitkonten unterstützen, zeigt Zeitwirtschaft in der HR-Software. HRNeeds unterstützt Unternehmen kostenlos und anbieterunabhängig bei der Auswahl passender Zeitwirtschafts- und HR-Software. Einen schnellen Marktüberblick bietet zudem Arbeitszeiterfassungs-Software im Vergleich. So behalten Teams Transparenz über Konten und Salden. Weitere Grundlagen bietet der Überblick zu Zeitwirtschaft, Arbeitszeiten und Zeiterfassung.

Auswahlleitfaden: Die wichtigsten Schritte

Planungsziel festlegen

Soll die Lösung operative Bedarfe und Schichten planen, mittelfristige Kapazitäten steuern oder Personalkosten und Skills in Szenarien bewerten? Das Ziel bestimmt Funktionsumfang und Bedienlogik.

Planungstreiber bestimmen

Klären Sie, welche Faktoren den Personalbedarf beeinflussen, etwa Auftragsvolumen, Produktionsplanung, Besucherzahlen oder Service-Level. Diese Treiber müssen in der Software abbildbar sein.

Datenqualität prüfen

Verlässliche Stamm-, Arbeitszeit-, Abwesenheits- und Qualifikationsdaten sind entscheidend für belastbare Ergebnisse. Prüfen Sie Verfügbarkeit, Aktualität und Verantwortlichkeiten.

Prozesskette bewerten

Überlegen Sie, ob Bedarfsermittlung, Zeiterfassung und Personaleinsatzplanung miteinander verbunden werden sollen. Einheitliche Prozesse reduzieren Medienbrüche und erhöhen die Transparenz.

Einführung realistisch planen

Berücksichtigen Sie Rollen, Verantwortlichkeiten, Schulungsaufwand und die spätere Pflege von Regeln und Daten. Ein klarer Projektplan erleichtert die spätere Nutzung.

Begriffsklärung: Bedarf, Einsatz und Kosten

Die Bedarfsermittlung beantwortet Menge, Qualifikation, Zeitpunkt und Ort des Personals. Die Personaleinsatzplanung verteilt daraufhin Mitarbeitende auf Einsätze und Schichten. Die Personalkostenplanung bewertet die finanziellen Auswirkungen (z. B. Gehälter, Zulagen, Neueinstellungen). Zusammen ergeben sie ein stimmiges Gesamtbild.

Passende HR-Software für Preboarding finden

Wenn Sie Preboarding digital aufsetzen oder bestehende Abläufe verbessern möchten, unterstützt HRNeeds Sie mit einer kostenlosen, unabhängigen HR-Softwareempfehlung und persönlicher Expertenberatung. So finden Sie schneller passende Lösungen für Onboarding, Dokumentenprozesse, Aufgabensteuerung und Datenschutz – ohne sich allein durch einen unübersichtlichen Markt arbeiten zu müssen.

FAQ: Häufige Fragen zu Preboarding

Preboarding ist die Zeit zwischen Vertragsunterschrift und erstem Arbeitstag. In dieser Phase bereitet das Unternehmen den Einstieg organisatorisch, fachlich und sozial vor, damit neue Mitarbeitende informiert, willkommen und startklar beginnen.

Das hängt von Kündigungsfristen und Einstellungsprozess ab. Preboarding kann wenige Tage oder mehrere Monate dauern. Je länger die Wartezeit, desto wichtiger sind regelmäßige Kontaktpunkte und ein klarer Ablauf.

Ein häufig genutztes Onboarding-Phasenmodell besteht aus Zusage beziehungsweise Vertragsphase, Preboarding, Onboarding ab dem ersten Arbeitstag und anschließender Einarbeitungs- oder Betreuungsphase. Die genaue Benennung kann je nach Unternehmen variieren.

Viele Unternehmen arbeiten mit einem 5-Phasen-Modell: Recruiting und Zusage, Preboarding, erster Arbeitstag, strukturierte Einarbeitung in den ersten Wochen sowie langfristige Integration und Entwicklung. Wichtig ist weniger die Zahl der Phasen als ein klarer, verlässlicher Prozess.

Software hilft dabei, Kommunikation, Dokumente, Aufgaben und Zugänge zentral zu steuern. Das spart Zeit, senkt Fehlerquoten und sorgt dafür, dass neue Mitarbeitende unabhängig vom Standort konsistent betreut werden.

Bild von Oliver Frank

Oliver Frank

Oliver Frank ist Personalleiter bei HRNeeds, dem anbieterunabhängigen Vergleichsportal für HR-Software. Seit 2008 ist er regelmässig als Schulbuchautor für den Ernst Klett Verlag tätig. Durch seine langjährige Erfahrung verbindet er pädagogische Expertise mit fundiertem Praxiswissen aus dem Personalwesen.

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