HR-Software umfasst digitale Anwendungen, mit denen Unternehmen ihre personalbezogenen Prozesse effizient organisieren und weiterentwickeln. Das Spektrum reicht von Recruiting und Onboarding über Personalverwaltung und Entgeltabrechnung bis hin zu Weiterbildung, Performance- und Talentmanagement. Leistungsfähige Systeme reduzieren manuelle Aufwände, bündeln relevante Mitarbeiterinformationen sicher und DSGVO-konform an einem zentralen Ort und entlasten HR-Abteilungen spürbar. Dadurch bleibt mehr Zeit für strategische Themen, die Entwicklung von Mitarbeitenden und eine moderne Personalarbeit.
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HR-Software
Unter HR-Software versteht man digitale Anwendungen, mit denen Unternehmen ihre personalbezogenen Abläufe effizient organisieren, steuern und automatisieren. Je nach Ausrichtung werden solche Systeme auch als Personalmanagement-Software oder Human Capital Management System (HCM) bezeichnet. Ihr Funktionsumfang reicht von Bewerbermanagement und Onboarding über Arbeitszeiterfassung und Entgeltabrechnung bis hin zu Talententwicklung und zentraler Stammdatenpflege. Anstatt Informationen in einzelnen Tabellen und Insellösungen zu verwalten, führen moderne Plattformen relevante HR-Prozesse und Mitarbeiterdaten in einer gemeinsamen Systemlandschaft zusammen. Dadurch entstehen standardisierte, nachvollziehbare und deutlich weniger fehleranfällige Abläufe.
Digitale Technologien verändern die Personalarbeit grundlegend. Leistungsfähige HR-Systeme entlasten Teams von zeitaufwendigen Verwaltungsaufgaben und schaffen Raum für vorausschauendes Handeln. So lassen sich künftige Personalbedarfe besser prognostizieren, Entwicklungspotenziale systematisch fördern, mögliche Abwanderungen früher erkennen und wichtige Entscheidungen auf einer verlässlichen Datengrundlage treffen. HR entwickelt sich dadurch von einer überwiegend operativen Funktion zu einem strategischen Partner, der die Unternehmensentwicklung aktiv mitgestaltet.
| Art der HR-Software | Auch bekannt als | Hauptfunktion |
|---|---|---|
| HR-Informationssystem | HRIS, HRIM | Zentrale Erfassung und Verwaltung von Mitarbeiterdaten, Anwesenheitszeiten, Vergütungsdaten und Leistungsnachweisen |
| Human Capital Management | HCM, Komplettlösung, Best-of-Suite | Umfassendstes HR-System: vereint Personalplanung, Workforce Analytics, Datenvisualisierung und strategische Entscheidungsunterstützung |
| HR-Management-System | HRMS | Wie HRIS, jedoch mit erweiterten Analysefunktionen, Prognose-Tools und integriertem Reporting |
| Bewerber-Management-System | ATS (Applicant Tracking System) | Verwaltung von Bewerbungen, Lebensläufen und Recruiting-Pipelines – für Unternehmen mit hohem Einstellungsvolumen |
| Digitale Personalakte | Mitarbeiterdokumentation, ePA | Verwaltung und revisionssichere Speicherung aller Mitarbeiterdokumente mit rollenbasierter Zugriffssteuerung |
| Payroll-Software | Gehaltsabrechnung, Lohnabrechnung | Automatisierte Berechnung, Prüfung und DSGVO-konforme Dokumentation von Gehältern, Abzügen und Sozialabgaben |
| Zeiterfassung & Workforce-Planung | Zeitwirtschaft, Personaleinsatzplanung | Digitale Arbeitszeiterfassung, Schichtplanung und Abwesenheitsmanagement – rechtssicher und auswertbar |
Der Einsatz moderner HR-Software verbessert die Personalarbeit auf mehreren Ebenen. Automatisierte Abläufe reduzieren den manuellen Aufwand, klar definierte Prozesse erhöhen die Datenqualität und zentrale Systeme sorgen dafür, dass relevante Informationen jederzeit verfügbar sind. Gleichzeitig unterstützen geeignete Lösungen Unternehmen dabei, Datenschutz- und Compliance-Anforderungen zuverlässig umzusetzen. In der Praxis führt dies häufig zu schnelleren Prozessen, einer spürbaren Entlastung der Personalabteilung und einer besseren Nutzererfahrung für Beschäftigte und Führungskräfte.
Wo Daten manuell übertragen, aktualisiert oder mehrfach gepflegt werden, steigt das Risiko für Unstimmigkeiten. Besonders kritisch ist dies bei sensiblen Bereichen wie der Entgeltabrechnung, der Vertragsverwaltung oder der Umsetzung gesetzlicher Änderungen. HR-Systeme führen solche Aufgaben über einheitliche Workflows aus, prüfen Eingaben und automatisieren wiederkehrende Berechnungen. Aktualisierte Steuerwerte oder Sozialversicherungsbeiträge können systemseitig berücksichtigt werden, ohne dass jede Änderung einzeln nachgehalten werden muss.
Viele zeitintensive Routinen lassen sich vollständig digital abbilden. Mitarbeitende reichen Abwesenheitsanträge online ein, Vorgesetzte genehmigen diese im System und die entsprechenden Daten werden direkt an die Zeiterfassung weitergegeben. Auch Aufgaben im Onboarding, Hinweise auf auslaufende Fristen oder vorbereitende Schritte für die Gehaltsabrechnung können automatisch angestoßen werden. Zusätzlich verkürzt eine strukturierte Softwareauswahl den Rechercheaufwand erheblich: Nach Nutzerangaben von HRNeeds lassen sich gegenüber einer unsystematischen Eigenrecherche im Durchschnitt vier bis sechs Wochen einsparen.
Personalabteilungen müssen zahlreiche rechtliche und organisatorische Anforderungen berücksichtigen. Leistungsfähige HR-Lösungen unterstützen dabei, relevante Regelungen im Arbeits-, Sozialversicherungs- und Arbeitszeitrecht systematisch in die Prozesse zu integrieren. Funktionen wie rollenabhängige Berechtigungen, definierte Aufbewahrungs- und Löschfristen sowie eine datenschutzkonforme Speicherung sensibler Informationen schaffen zusätzliche Sicherheit und erleichtern die interne Kontrolle.
Statt Informationen auf verschiedene Tabellen, Ordner oder Einzelsysteme zu verteilen, bündelt HR-Software alle wichtigen Beschäftigtendaten an einem zentralen Ort. Dazu zählen unter anderem Stammdaten, Vertragsinformationen, Abwesenheiten, Vergütungsverläufe und Entwicklungsziele. Personalabteilung, Buchhaltung und Führungskräfte greifen dadurch auf denselben aktuellen Datenbestand zu. Cloudbasierte Systeme ermöglichen zudem einen sicheren Zugriff unabhängig vom Arbeitsort und eignen sich daher besonders für hybride oder dezentral organisierte Unternehmen.
Eine geeignete HR-Lösung lässt sich an neue Anforderungen anpassen, ohne dass das gesamte System ausgetauscht werden muss. Unternehmen können zunächst mit einzelnen Modulen wie Zeitwirtschaft oder Personalverwaltung starten und den Funktionsumfang später um Recruiting, Onboarding, Weiterbildung oder Talentmanagement ergänzen. Dieses modulare Vorgehen erleichtert den Einstieg, verteilt Investitionen auf mehrere Ausbaustufen und schafft eine belastbare Grundlage für weiteres Wachstum.
Moderne HR-Plattformen bereiten Personaldaten in Berichten und Echtzeit-Dashboards auf. Kennzahlen wie Fluktuation, Krankenstand, Besetzungsdauer oder Personalentwicklung werden dadurch transparent und vergleichbar. HR-Verantwortliche können Entwicklungen früher erkennen, Ressourcen gezielter planen und strategische Entscheidungen mit belastbaren Daten unterstützen. So wird die Personalabteilung zunehmend zu einer steuernden Funktion, die aktiv zur Unternehmensentwicklung beiträgt.
Eine leistungsfähige HR-Software zeigt ihren Wert vor allem im täglichen Einsatz. Sie vereinfacht Abläufe, schafft verlässliche Strukturen und sorgt dafür, dass Informationen für die jeweils zuständigen Personen schnell verfügbar sind. Datenschutz und Sicherheit sollten dabei nicht nachträglich ergänzt werden, sondern von Beginn an fest in der Systemarchitektur verankert sein.
Ein gutes HR-System bildet Personalprozesse so ab, dass Zuständigkeiten, Fristen und nächste Schritte jederzeit nachvollziehbar bleiben – auch dann, wenn viele Vorgänge gleichzeitig laufen.
Digitale Workflows für Onboarding, Zielvereinbarungen oder Freigaben reduzieren Rückfragen, beschleunigen Abstimmungen und verhindern unnötige Verzögerungen. Automatische Benachrichtigungen erinnern Beteiligte an offene Aufgaben und helfen dabei, definierte Prozessschritte konsequent einzuhalten. Über individuell steuerbare Rollen und Zugriffsrechte lässt sich zudem festlegen, wer welche Informationen sehen oder bearbeiten darf.
Mitarbeiterbezogene Informationen sollten nicht über verschiedene Dateien und Einzelsysteme verteilt sein, sondern gebündelt in einer digitalen Personalakte vorliegen. So entsteht eine einheitliche und aktuelle Datengrundlage für alle berechtigten Bereiche.
Änderungen werden automatisch protokolliert und bleiben auch im Nachhinein nachvollziehbar. Eine vollständige Bearbeitungshistorie erhöht die Transparenz und erleichtert interne Kontrollen. Leistungsfähige Such- und Exportfunktionen unterstützen zusätzlich bei Prüfungen, Auswertungen und regulatorischen Nachweisen.
HR-Software sollte sich an bestehende Strukturen anpassen lassen und nicht umgekehrt. Standorte, Teams, Abteilungen, Berichtslinien und Hierarchieebenen müssen sich realitätsnah im System hinterlegen lassen.
Auch Arbeitszeitregelungen, Genehmigungswege und Dokumentvorlagen sollten individuell konfigurierbar sein. Offene Programmierschnittstellen und standardisierte Anbindungen an Systeme wie Lohnabrechnung, Zeiterfassung oder ERP reduzieren manuelle Übertragungen und sorgen für einen konsistenten Datenfluss innerhalb der gesamten Systemlandschaft.
Eine verständliche Benutzeroberfläche ist entscheidend dafür, dass eine neue Lösung im Unternehmen tatsächlich angenommen wird. Klare Navigation, logisch aufgebaute Funktionen und kurze Einarbeitungszeiten senken den Schulungsaufwand und erleichtern die tägliche Nutzung.
Mitarbeitende sollten ihre persönlichen Daten, Dokumente und Anträge unkompliziert über den Browser oder mobile Endgeräte verwalten können. Führungskräfte benötigen dagegen rollenbezogene Übersichten, in denen relevante Aufgaben, Freigaben und Kennzahlen kompakt zusammengeführt werden.
Der Schutz sensibler Personaldaten gehört zu den wichtigsten Qualitätsmerkmalen einer HR-Lösung. Europäische Hosting-Standorte können eine datenschutzkonforme Verarbeitung unterstützen und erleichtern die Einhaltung regulatorischer Vorgaben.
Regelmäßige Sicherheitsaktualisierungen, moderne Verschlüsselungstechnologien und zuverlässige Datensicherungskonzepte schützen vor unbefugtem Zugriff und Datenverlust. Anerkannte Zertifizierungen wie ISO 27001 liefern zusätzliche Orientierung und schaffen Vertrauen bei Datenschutzbeauftragten, Betriebsräten und internen Prüfinstanzen.
Welche HR-Software zu einem Unternehmen passt, lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind vor allem die Größe und Struktur des Betriebs, der benötigte Funktionsumfang, die gewünschte technische Bereitstellung, die vorhandene Systemlandschaft sowie die Anforderungen an Datenschutz und Compliance. Wer diese Punkte frühzeitig systematisch bewertet, reduziert spätere Zusatzaufwände, vermeidet kostspielige Fehlentscheidungen und schafft bessere Voraussetzungen für eine zügige Einführung.
Am Anfang sollte geklärt werden, welche Aufgaben künftig digital unterstützt oder vollständig automatisiert werden sollen. Bewerbermanagement, Arbeitszeiterfassung und Entgeltabrechnung stellen beispielsweise sehr unterschiedliche Anforderungen an eine Software.
Hilfreich ist eine Bestandsaufnahme der regelmäßig anfallenden HR-Tätigkeiten. Erfassen Sie die wichtigsten Prozesse im Unternehmen und bewerten Sie, bei welchen Aufgaben der manuelle Aufwand besonders hoch ist. Daraus entsteht eine belastbare Prioritätenliste für den späteren Softwarevergleich.
Auch das Bereitstellungsmodell beeinflusst die Auswahl. Cloudbasierte Lösungen lassen sich meist schnell einführen, benötigen keine eigene Serverlandschaft und eignen sich besonders für mittelständische Unternehmen, verteilte Teams und flexible Arbeitsmodelle.
On-Premise-Systeme werden dagegen innerhalb der eigenen IT-Infrastruktur betrieben. Sie kommen vor allem dann infrage, wenn besondere Sicherheitsvorgaben bestehen, umfassende interne Ressourcen vorhanden sind oder eine vollständige technische Kontrolle erforderlich ist. Die Vor- und Nachteile beider Modelle sollten daher im Zusammenhang mit den eigenen Rahmenbedingungen betrachtet werden.
Eine neue HR-Lösung sollte sich möglichst reibungslos in vorhandene Anwendungen einfügen. Besonders wichtig sind Schnittstellen zu Lohnabrechnung, ERP, Finanzbuchhaltung, Kommunikation und Dokumentenmanagement.
Prüfen Sie deshalb frühzeitig, ob direkte Anbindungen an Systeme wie DATEV, SAP oder Microsoft 365 verfügbar sind. Offene APIs bieten zusätzliche Flexibilität und ermöglichen einen automatisierten Datenaustausch. So lassen sich Medienbrüche, Mehrfacherfassungen und inkonsistente Datenbestände vermeiden.
Da HR-Systeme besonders sensible personenbezogene Daten verarbeiten, müssen Datenschutz und Informationssicherheit feste Bestandteile der Auswahl sein. Ein Hosting-Standort innerhalb Deutschlands oder der Europäischen Union kann die Umsetzung der DSGVO erleichtern.
Darüber hinaus sollten Unternehmen auf anerkannte Sicherheitsstandards, nachvollziehbare Zugriffskontrollen und eine vollständige Protokollierung relevanter Aktivitäten achten. Ebenso wichtig sind ein Auftragsverarbeitungsvertrag sowie Zertifizierungen wie ISO 27001.
Ein großer Funktionsumfang allein garantiert noch keinen erfolgreichen Einsatz. Entscheidend ist, ob Mitarbeitende und Führungskräfte die Software intuitiv bedienen können und sie im Arbeitsalltag tatsächlich nutzen.
Testen Sie deshalb ausgewählte Systeme anhand realistischer Anwendungsfälle. Beziehen Sie dabei möglichst verschiedene Nutzergruppen ein und prüfen Sie auch die Qualität des Supports. Wichtige Fragen sind unter anderem, ob deutschsprachige Hilfe verfügbar ist, wie schnell Anfragen beantwortet werden und ob ein persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung steht.
Bei der Auswahl einer HR-Systemlandschaft stehen Unternehmen häufig vor einer Grundsatzentscheidung: Sollen möglichst viele Personalprozesse in einer zentralen Komplettlösung gebündelt werden, oder ist eine Kombination spezialisierter Einzelsysteme sinnvoller?
All-in-One HR-Software decken typischerweise Funktionen wie Personalverwaltung, Recruiting, Onboarding, Zeitwirtschaft, Entgeltabrechnung und Talententwicklung innerhalb eines gemeinsamen Systems ab. Best-of-Breed setzt dagegen auf mehrere spezialisierte Anwendungen unterschiedlicher Anbieter, die technisch miteinander verbunden werden. Welcher Ansatz besser geeignet ist, hängt unter anderem von der Unternehmensgröße, der Prozesskomplexität, den fachlichen Anforderungen und den verfügbaren IT-Ressourcen ab.
Eine All-in-One-Lösung führt operative und strategische Personalprozesse in einer einheitlichen Systemumgebung zusammen. Daten, Funktionen und Workflows werden zentral verwaltet und über eine gemeinsame Benutzeroberfläche bereitgestellt. Dadurch entstehen durchgängige Abläufe, ein konsistenter Datenbestand und ein weitgehend einheitliches Nutzungserlebnis.
Für diesen Lösungsansatz werden häufig auch Begriffe wie Human Capital Management System, HCM-Plattform, HR-Komplettlösung oder Best-of-Suite verwendet.
Beim Best-of-Breed Ansatz wird für jeden HR-Bereich gezielt eine besonders leistungsfähige Spezialanwendung ausgewählt. Recruiting, Zeitwirtschaft, Payroll oder Talentmanagement können dadurch jeweils mit eigenständigen Systemen abgebildet werden.
Da diese Anwendungen unterschiedliche Oberflächen, Datenmodelle und technische Strukturen besitzen, müssen sie über Schnittstellen, APIs oder Middleware miteinander verknüpft werden. Der große Vorteil liegt in der hohen fachlichen Spezialisierung und Flexibilität. Gleichzeitig steigen jedoch die Anforderungen an Integration, Datenpflege, Systemsteuerung und laufende Administration.
| Kriterium | All-in-One / HCM | Best-of-Breed |
|---|---|---|
| Einheitlichkeit | Eine Oberfläche, ein Anbieter, ein Login | Mehrere Systeme, mehrere Anbieter, mehrere Logins |
| Implementierung | Einfacher Einstieg, schrittweise Erweiterung möglich | Komplex: Schnittstellen müssen geplant, gebaut und gewartet werden |
| Spezialisierung | Guter Allrounder – deckt die meisten Anforderungen ab | Branchenbestes Werkzeug für jeden einzelnen Prozess |
| Skalierbarkeit | Wächst mit dem Unternehmen im Rahmen des Anbieters | Praktisch unbegrenzt erweiterbar und anpassbar |
| Kosten | Ein Vertrag, ein Ansprechpartner, planbare Lizenzkosten | Mehrere Verträge, höherer Integrationsaufwand |
| IT-Ressourcen | Niedrig – auch ohne internes IT-Team betreibbar | Hoch – erfordert Integrations-Know-how |
| Geeignet für | KMU bis Mittelstand, Wachstumsunternehmen | Große Unternehmen mit spezifischen Branchenanforderungen |
Der Markt bewegt sich klar in Richtung modulare All-in-One-Lösungen, die nach dem Baukastenprinzip funktionieren: Unternehmen starten mit einem Kernmodul und erweitern schrittweise. Das verbindet die Implementierungseinfachheit einer Komplettlösung mit der Flexibilität einer Best-of-Breed-Strategie.
Bei HR-Software unterscheiden sich zwei grundlegende Betriebsmodelle. Cloudbasierte Lösungen werden über das Internet genutzt und in der Infrastruktur des jeweiligen Anbieters betrieben. Eigene Serverkapazitäten sind dafür in der Regel nicht erforderlich. On-Premise Systeme werden hingegen innerhalb der unternehmenseigenen IT-Umgebung installiert, verwaltet und gewartet.
Cloud-Technologien sind in deutschen Unternehmen inzwischen weit verbreitet. Einer KPMG-Studie aus dem Jahr 2022 zufolge nutzten bereits 84 Prozent der Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten entsprechende Dienste. Allerdings unterscheiden sich Cloud-Angebote deutlich in Aufbau, Kontrolle und Verantwortungsverteilung.
Private Cloud
Bei einer Private Cloud steht die Umgebung ausschließlich einem einzelnen Unternehmen zur Verfügung. Sie kann intern betrieben oder von einem spezialisierten Dienstleister bereitgestellt werden. Dieses Modell ermöglicht ein hohes Maß an Kontrolle über Daten, Zugriffe und Sicherheitsvorgaben, verursacht jedoch meist einen größeren technischen und administrativen Aufwand.
Public Cloud
In einer Public Cloud stellt ein Anbieter seine Infrastruktur mehreren Kunden gleichzeitig zur Verfügung. Zu den bekannten Plattformbetreibern zählen Amazon Web Services, Google Cloud und Microsoft Azure. Auch zahlreiche HR-Anwendungen, darunter Personio oder SAP SuccessFactors, basieren auf diesem Modell. Vorteile sind vor allem eine schnelle Bereitstellung, gute Skalierbarkeit und ein vergleichsweise geringer interner Betriebsaufwand.
Hybrid Cloud
Die Hybrid Cloud verbindet private und öffentliche Cloud-Umgebungen miteinander. Über standardisierte Schnittstellen lassen sich Anwendungen und Daten zwischen beiden Bereichen austauschen. Unternehmen können dadurch flexibel skalierbare Dienste nutzen und gleichzeitig besonders sensible Informationen in einer stärker kontrollierten Infrastruktur halten.
| Unternehmenssituation | Empfehlung |
|---|---|
| Kein eigenes Rechenzentrum / IT-Team vorhanden | Cloud HR-Software empfohlen |
| Start-up oder schnell wachsendes KMU | Cloud HR-Software empfohlen |
| Remote-Teams, mehrere Standorte oder internationale Nutzung | Cloud HR-Software empfohlen |
| Großes Unternehmen mit moderner IT-Infrastruktur | On-Premise oder Hybrid möglich |
| Strenge interne Datenschutzvorgaben oder Branchenregulierung | On-Premise oder Private Cloud prüfen |
| Langfristig niedrige Gesamtkosten bei großem Nutzervolumen | On-Premise Total Cost of Ownership analysieren |
Unabhängig vom gewählten Betriebsmodell sollten Unternehmen die tatsächlichen Gesamtkosten über den gesamten Nutzungszeitraum betrachten. Neben den reinen Lizenzgebühren gehören dazu insbesondere Aufwände für Einführung, Datenmigration, Schulungen, technischen Betrieb, Aktualisierungen und laufende Wartung. Erst diese ganzheitliche TCO-Betrachtung (Total Cost of Ownership) ermöglicht einen belastbaren Kostenvergleich zwischen Cloud- und On-Premise-Lösungen.
Künstliche Intelligenz hat den Übergang von der Zukunftstechnologie zum festen Bestandteil moderner HR-Systeme längst vollzogen. Intelligente Funktionen unterstützen bereits heute dabei, Bewerbungsprozesse effizienter zu gestalten, Stellenanzeigen zielgerichteter zu formulieren und potenzielle Abwanderungstendenzen frühzeitig sichtbar zu machen. Gleichzeitig ermöglichen sie individuell zugeschnittene Entwicklungs- und Weiterbildungsempfehlungen – auch für große Belegschaften.
Bei der Auswahl einer HR-Lösung sollte genau betrachtet werden, welche KI-Funktionen bereits im Standardumfang enthalten sind und für welche Anwendungen zusätzliche Kosten entstehen. HRNeeds bezieht diesen Aspekt gezielt in die Softwarebewertung ein und macht den tatsächlichen KI-Funktionsumfang der Anbieter transparent vergleichbar.
HRNeeds zählt zu den etablierten Anlaufstellen für den unabhängigen Vergleich von HR-Software im deutschen Markt. Unternehmen können auf der Plattform mehr als 100 sorgfältig geprüfte Lösungen aus der DACH-Region und weiteren europäischen Ländern gegenüberstellen. Der Vergleich ist kostenfrei, unverbindlich und konsequent herstellerneutral – ohne Bevorzugung einzelner Anbieter oder Einfluss durch Provisionsvereinbarungen.
Im Mittelpunkt steht dabei eine persönliche Beratung, die sich konsequent am individuellen Bedarf orientiert. Deshalb begleiten wir DGFP-Mitglieder persönlich und individuell bei der Auswahl passender HR-Software. In enger Zusammenarbeit mit der DGFP verbinden wir unser eigens entwickeltes Analysetool mit der fachlichen Expertise erfahrener HR-Berater.
DGFP-Mitglieder erhalten über HRNeeds exklusive Zusatzleistungen: bis zu 60 Minuten kostenfreie HR-Expertenberatung, eine priorisierte Auswertung der eingereichten Anforderungen sowie individuelle Tipps zur Digitalisierung von HR-Prozessen. Die Nutzung des Vergleichsportals bleibt kostenlos und unverbindlich.
| Isabellenhütte Heusler GmbH & Co. KG Industrieunternehmen, 1100 Mitarbeiter „Herr Nielsen hat uns bei der Erstellung eines detaillierten Anforderungskatalogs für eine neue HR-Software, wie auch dem Aufbau von konkreten und praxisnahen Use-Cases sehr gut unterstützt. Mit seiner Expertise hat er dazu beigetragen, dass wir eine fundierte, zukunftsweisende Software-Entscheidung treffen konnten.“ Achim Schneider Referent HR-Controlling und -Systeme HR Services |
HR-Software umfasst digitale Systeme, mit denen Unternehmen ihre personalbezogenen Abläufe organisieren, steuern und effizienter gestalten. Dazu zählen unter anderem Bewerbermanagement, Entgeltabrechnung, Arbeitszeiterfassung, Einarbeitung, Personalentwicklung und die zentrale Pflege von Beschäftigtendaten. Leistungsfähige Lösungen übernehmen wiederkehrende Aufgaben automatisiert, führen sensible Informationen datenschutzkonform an einem Ort zusammen und schaffen so dauerhaft mehr Freiraum für strategische Personalarbeit.
HRIS, HCM und ATS bezeichnen unterschiedliche Kategorien von HR-Systemen. Ein HRIS (Human Resource Information System) konzentriert sich vor allem auf administrative Kernaufgaben wie die Pflege von Personaldaten, die Erfassung von Abwesenheiten und die Unterstützung der Entgeltabrechnung.
HCM (Human Capital Management) geht darüber hinaus. Neben klassischen Verwaltungsfunktionen umfasst ein HCM-System auch strategische Bereiche wie Talententwicklung, Personalplanung und die Analyse relevanter HR-Kennzahlen.
Ein ATS (Applicant Tracking System) ist dagegen auf die Gewinnung neuer Mitarbeitender spezialisiert. Es begleitet den gesamten Bewerbungsprozess – von der Veröffentlichung einer Stelle über die Verwaltung eingehender Bewerbungen bis zur finalen Besetzung.
Viele moderne HR-Plattformen verbinden diese Funktionswelten inzwischen in einer integrierten Lösung.
Unternehmen können ihre HR-Systemlandschaft entweder über eine zentrale Komplettplattform (All-in-One) oder durch die Kombination mehrerer Speziallösungen (Best-of-Breed) aufbauen. All-in-One-Systeme bündeln sämtliche Personalprozesse in einer einheitlichen Anwendung eines einzigen Anbieters und werden häufig auch als HCM- oder HR-Komplettlösungen bezeichnet. Best-of-Breed-Modelle setzen dagegen auf besonders leistungsfähige Einzellösungen verschiedener Hersteller, die über Schnittstellen miteinander verknüpft werden.
Eine All-in-One Software ist vor allem für kleine und mittlere Unternehmen sowie wachsende Organisationen attraktiv, die Wert auf einfache Administration und durchgängige Prozesse legen. Best-of-Breed eignen sich insbesondere für größere Unternehmen mit komplexen Strukturen, spezialisierten Fachanforderungen und ausreichenden IT-Ressourcen.
Welche HR-Lösung am besten geeignet ist, richtet sich nach den individuellen Rahmenbedingungen des Unternehmens. Maßgeblich sind unter anderem die Größe der Organisation, die bestehenden Personalprozesse, der benötigte Funktionsumfang, relevante Systemanbindungen, Datenschutzvorgaben und der verfügbare finanzielle Rahmen. Für kleine und mittlere Unternehmen sind häufig flexibel erweiterbare Cloud-Systeme sinnvoll, die sich mit überschaubarem Aufwand einführen lassen. Größere Organisationen benötigen dagegen meist leistungsfähigere Lösungen mit umfangreichen Integrationen, differenzierten Zugriffsrechten, aussagekräftigen Reporting-Funktionen und der Möglichkeit, internationale Strukturen abzubilden.
Wie hoch die Investition in eine HR-Software ausfällt, hängt von mehreren Faktoren ab – darunter Anbieter, Funktionsumfang, Betriebsmodell und Anzahl der Beschäftigten. Cloudbasierte Systeme werden üblicherweise über laufende SaaS-Gebühren abgerechnet, häufig monatlich und abhängig von der Nutzerzahl. Bei lokal installierten Lösungen entstehen dagegen meist höhere Kosten für Lizenzen, Einführung und Infrastruktur, wobei sich dieses Modell über einen längeren Nutzungszeitraum wirtschaftlich rechnen kann. Über HRNeeds lassen sich die Konditionen von mehr als 100 Anbietern kostenfrei und unverbindlich gegenüberstellen.
Der HR-Softwarevergleich für DGFP-Mitglieder ist ein spezielles Angebot von HRNeeds in Kooperation mit der DGFP. In enger Zusammenarbeit verbinden wir unser eigens entwickeltes Analysetool mit der fachlichen Expertise erfahrener HR-Berater. Unternehmen können ihre Anforderungen an HR-Software strukturiert erfassen und erhalten darauf basierend passende Softwareempfehlungen für Bereiche wie Recruiting, Gehaltsabrechnung, digitale Personalakte, Zeitwirtschaft, Onboarding oder All-in-One-HR-Software. Eine strukturierte Anbieterauswahl über HRNeeds verkürzt die vorgelagerte Evaluierungsphase um durchschnittlich 4 bis 6 Wochen.
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